Nach Ansicht von Royal Dutch Transport (KNV) sind die Preise, die Kiwa für Produkte für das Gesundheitswesen, Taxis und den privaten Busverkehr erhebt, immer noch viel zu hoch. Die Tarife könnten und sollten noch deutlich gesenkt werden. Dies machte KNV bekannt, als die Organisation zu den Kiwa-Tarifen für 2022 befragt wurde. 

Was KNV weiterhin überrascht, ist, dass die Tarife für BCT-Karten nicht weiter gesenkt werden, sodass sie dem Selbstkostenpreis entsprechen. Mit derzeit 117 Euro sind die Preise überproportional hoch, weil der Selbstkostenpreis deutlich niedriger ist. Auch die immer noch hohen Kosten für das für den privaten Busverkehr obligatorische Reisetagebuch sind dem KNV ein Dorn im Auge. Niederländische Unternehmer zahlen 62,- €, während die Nachbarn im Osten und im Süden 10,50 € bzw. 5 € für genau das gleiche Produkt zahlen. Auch die von den Niederlanden ausgestellte Fahrtenschreiberkarte ist im europäischen Vergleich nachweislich viel zu teuer. Dies ist besonders wichtig, da Busverkehrsunternehmen in einem vollständig liberalisierten europäischen Markt konkurrieren.

„Wir wissen es zu schätzen, dass wir unsere Ansichten zu den vorgeschlagenen Sätzen für 2022 abgeben können, aber es bleibt eine Form der Scheinbeteiligung. Wir haben keinen Einblick in die tatsächliche Tariffestsetzung, die Struktur der Selbstkostenpreise und die erzielte Effizienz. Eine Steuerung ist daher nicht möglich. In einigen Fällen können wir noch mit anderen Ländern vergleichen. Das macht uns nicht glücklich, denn dieser Vergleich ist ausnahmslos gegen uns.“

KNV-Direktor Carlo Cahn

Falsche Inflationsanpassung 

KNV hat zuvor per Schreiben (Schreiben 11. Juli 2019 und 19. Juni 2020) Kürzungen beim Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft beantragt. KNV erklärte auch, dass die Karten nicht bis mindestens 2028 teurer werden sollten, wenn eine Reduzierung aus welchen Gründen auch immer nicht umgesetzt wird. Vor diesem Hintergrund ist die von KIWA vorgeschlagene Inflationskorrektur ab 2022 völlig fehl am Platz.

Zudem wundert sich die KNV, dass die erreichte Effizienz in den neuen Tarifen nicht weitergegeben wird. Dies wird damit begründet, dass im Juli 2020 zahlreiche Tarife deutlich gesenkt wurden. Nach Ansicht von KNV war diese Kürzung nur gerechtfertigt und hätte schon viel früher erfolgen müssen.

Reisemagazin weit über Selbstkostenpreis

Die erstaunlichste Veränderung ist die Preiserhöhung für das Reisemagazin book. Die Tarife in Deutschland (10,50 €) und Belgien (5 €) zeigen, dass die Herstellung von vorgedruckten und nummerierten Formularen – ohne weitere nennenswerte Absicherung – und die Abwicklung von Bestellungen sicherlich keine Kosten von 62 € rechtfertigen. Bei diesem Produkt zeigt ein Benchmark von Sira Consulting sogar unerklärliche Preisunterschiede zu anderen Ländern.

Schließlich ist es aus rechtlicher Sicht seit einigen Jahren nicht mehr erforderlich, in jedem Taxifahrzeug einen Führerschein zu haben. Trotzdem verkauft Kiwa diese Lizenzen weiterhin. Die KNV drängt darauf, den Verkauf dieser Genehmigungen einzustellen, da der Verkauf den Eindruck erweckt, dass die Nachweise weiterhin obligatorisch sind. Carlo Cahn dazu: „Unternehmern entstehen vermeidbare Kosten. Für eine Branche, in der alle Euro zählen, ist das schlecht.“

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