Erst später am Tag fuhren sonntags keine Züge mehr.

Bürgermeisterin Marianne Schuurmans will mit der NS klare Vereinbarungen über die Streichung des Fahrplans treffen. Nach dem technischen Ausfall bei der NS am vergangenen Sonntag fahren fast alle Züge wieder, aber es stellt sich die Frage, wie es möglich ist, dass die technische Infrastruktur so empfindlich auf Fehler reagiert, die nach Software-Updates auftreten. Auch Staatssekretärin Vivianne Heijnen von Infrastruktur und Wasserwirtschaft glaubt, dass die NS mit dem Zugausfall „eine ganz schlimme Wendung“ gemacht habe. 

Kein Backup-Plan und vor allem kein Einblick in Maßnahmen, die ergriffen wurden, wenn solche Situationen eintreten. Rover als Fahrgastverband ist nicht erfreut darüber, dass die NS nicht auf einen Plan B umgestiegen ist und stattdessen beschlossen wurde, den gesamten Zugverkehr im ganzen Land einzustellen. Im Pannenfall setzt die NS Busse ein. Mit zwei großen Transportzentren in den Niederlanden wurden diesbezüglich Vereinbarungen getroffen. Doch es blieb still und die NS deutete schon am frühen Nachmittag an, dass an Ersatzbusse nicht zu denken sei. Der offizielle Grund war, dass es im Land nicht genug Busse gebe, um das zu bewältigen. Wäre sie genutzt worden, wäre ein Teil des Leidens der Reisenden beseitigt worden, die nun im ganzen Land gestrandet sind und auf eine Wiederaufnahme des Fahrplans warten mussten.

Erst später am Tag fuhren sonntags keine Züge mehr. Das hätte man eigentlich vorhersehen können, denn NS hat in der Vergangenheit oft bewiesen, dass man mit dem Neustart des Fahrplans lieber bis zum nächsten Tag wartet als am Ende eines Tages. Vielleicht auch schwieriger, weil man erst einmal einen Überblick haben muss, wo sich das Material befindet und welche Mitarbeiter sich an welchen Standorten befinden.

Der Ausfall wurde am Abend behoben. Heute war es jedoch trotz der Lösung nicht möglich, den Grund für die Fehlfunktion anzugeben. Hier stellt sich die Frage, wie Sie etwas beheben können, wenn die Ursache der Störung nicht bekannt ist? Zur Entschädigung für Reisende in der Morgensendung Guten Morgen Niederlande konnte der Sprecher nichts sagen, außer den Kundenservice zu kontaktieren. An sich nicht zu empfehlen, da der Kundenservice morgens keine Beratung geben konnte.

Die NS forderte Reisende am Sonntag auf, ihre Zugfahrt wegen einer technischen Störung zu verschieben. Das sollte zunächst bis 17.00 Uhr dauern, doch am späten Nachmittag stellte sich heraus, dass der Ausfall Stunden länger dauerte. Die ersten Züge wurden nach Mitternacht gestartet. Wer bereits am Sonntag unterwegs war, musste sich nach anderen Reisemöglichkeiten umsehen.

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Marianne Schuurmans
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