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Der öffentliche Nahverkehr in Brüssel wurde erneut von Arbeitskämpfen in Mitleidenschaft gezogen.

Die geplanten Aktionen der Gewerkschaften, die sich am Donnerstag, 5. Oktober, gegen ein Demonstrationsverbot von Justizminister Vincent Van Quickenborne aussprechen, werden zu erheblichen Störungen im öffentlichen Nahverkehr in Brüssel führen. Während die Gewerkschaften STIB, De Lijn und TEC angekündigt haben, dass ihre Mitarbeiter an einem landesweiten Streiktag teilnehmen werden, sind es erneut die Reisenden, die am härtesten betroffen sein werden. Obwohl sich diese Aktionen nicht ausdrücklich an die Transportunternehmen selbst richten, sind sie das Ergebnis mehrerer Protestaktionen, die Anfang des Jahres stattgefunden haben.

Der Arbeitskampf ist eine Reaktion auf einen Gesetzentwurf von Justizminister Van Quickenborne, der Richtern die Befugnis geben würde, Einzelpersonen vorübergehend die Teilnahme an Demonstrationen zu verbieten. Obwohl der Gesetzentwurf vom Ausschuss des Repräsentantenhauses Unterstützung erhielt, gab es von verschiedenen Seiten Kritik, dass er zu einem Instrument werden könnte, um selbst friedliche Proteste einzuschränken.

Arbeitskampf

Trotz der Ernsthaftigkeit des protestierten Problems wächst die Frustration unter den Reisenden. TreinTramBus, ein Verband, der die Interessen der Reisenden vertritt, hat den Arbeitskampf, der seine Mitglieder betrifft, inzwischen beendet. Vorsitzender Peter Meukens hat seine Unzufriedenheit über die zunehmenden Unannehmlichkeiten für Reisende zum Ausdruck gebracht, die in diesem Jahr bereits viermal mit ähnlichen Situationen konfrontiert waren. Laut Meukens konzentrierten sich die bisherigen Aktionen auf Gewerkschaftsfreiheiten, Sozialdumping, bessere öffentliche Dienstleistungen und Steuergerechtigkeit. Obwohl dies alles wichtige Themen sind, fragt er sich, warum dies auf Kosten der täglichen Mobilität der Bevölkerung gehen sollte.

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Es ist höchste Zeit, dass alle Beteiligten ernsthaft darüber nachdenken, wie das allgemeine Interesse der Gesellschaft gewahrt werden kann, ohne den normalen Ablauf des öffentlichen Verkehrs zu beeinträchtigen. Es stellt sich die Frage, ob die Gewerkschaften und die Regierung gemeinsam an alternativen Aktionsformen arbeiten können, die das tägliche Leben Zehntausender Reisender, die so oft Opfer dieser Aktionen sind, nicht beeinträchtigen.

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