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TUI geht Schritte in Richtung kulturbewussten Tourismus.

Nach jüngsten Kontroversen hat TUI, eines der größten Reiseunternehmen der Welt, erhebliche Änderungen an den Beschreibungen einiger historisch belasteter Reiseziele vorgenommen. Diese Änderungen sind eine direkte Reaktion auf die heftige Kritik, die das Unternehmen nach der Veröffentlichung eines als unsensibel erachteten Rekrutierungstextes für eine Tour durch Suriname erhielt.

Der Grund für die Änderungen war ein Text, in dem Sätze wie „Schlüpfen Sie in die Fußstapfen unserer tapferen Vorfahren“ verwendet wurden, um einen Besuch auf der historischen Peperpot-Plantage zu beschreiben. Andere Passagen luden Reisende dazu ein, „die Atmosphäre der Plantagen zu schnuppern“ und betonten, dass „die Menschen hier auf den historischen Plantagen die schönsten Gespräche führen, natürlich auf Niederländisch“. Diese Wortwahl wurde von vielen als Trivialisierung der schmerzhaften Geschichte der Kolonisierung und Sklaverei in Surinam angesehen.

Nach der Kritik reagierte TUI schnell, passte die entsprechenden Texte an und entschuldigte sich offen. Das Unternehmen versprach außerdem eine gründliche Überarbeitung aller Einstellungstexte, ein Projekt, das nun abgeschlossen ist. Diese Überarbeitung beinhaltete das Ersetzen von Begriffen wie „Kolonialgebäude“ durch „historisches Gebäude“ und die Änderung von „Indianer“ in „Ureinwohner“. Mit diesen terminologischen Anpassungen soll ein größerer Respekt vor den kulturellen und historischen Nuancen der beschriebenen Orte zum Ausdruck gebracht werden.

„Es war ein sorgfältiger Prozess, an dem verschiedene Kollegen und Abteilungen in den letzten Wochen beteiligt waren“, erklärte ein TUI-Sprecher gegenüber den Medien. Das Unternehmen betont, dass es sich der Verantwortung bewusst ist, bei Reisebeschreibungen einen inklusiven und respektvollen Ansatz zu verfolgen.

(Text geht unter dem Foto weiter)
TUI
Foto: © Pitane Blue - TUI

Tourismus- und Kulturexperten betonen, wie wichtig es ist, eine Sprache zu verwenden, die nicht nur die reiche Geschichte eines Ortes anerkennt, sondern auch die schmerzhaften Teile davon mit Respekt behandelt.

Ein Instagram-Nutzer hatte einen Screenshot des Textes darauf Plattform und das führte zu empörten Reaktionen. Der Kritik auf TUI unterstreicht eine breitere Debatte über die Verantwortung von Reiseunternehmen, sensibel und korrekt mit historisch komplexen Standorten umzugehen. 

Dieser Vorfall und die darauffolgenden Anpassungen zeigen, dass selbst Routineaspekte der Tourismusförderung, wie etwa das Verfassen von Texten, wichtig sind und sorgfältiges Management erfordern. Durch das Ignorieren von Sensibilitäten können Unternehmen unbeabsichtigt dazu beitragen, veraltete und manchmal verletzende Sichtweisen aufrechtzuerhalten.

Der Schritt von TUI kann als ein wichtiger Moment in der Reisebranche angesehen werden, der möglicherweise den Standard dafür setzt, wie Unternehmen weltweit mit solchen Problemen umgehen. Dies signalisiert ein wachsendes Bewusstsein innerhalb der Branche, dass Respekt und Genauigkeit bei der Erkundung und Förderung globaler Reiseziele unerlässlich sind

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