Drucken Freundlich, PDF & Email
Pitane-Bild

Es ist nicht einfach zu ermitteln, was beispielsweise ein Verkehrsteilnehmer oder Bahnreisender zahlen muss, um die Infrastrukturkosten und die Kosten negativer Auswirkungen zu decken.

Das Wissensinstitut für Mobilitätspolitik (KiM) hat kürzlich eine ausführliche Analyse zu den wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Weitergabe von Mobilitätskosten an Nutzer und Verursacher veröffentlicht. Die Studie mit dem Titel „Die unbezahlte Rechnung der Mobilitätsnutzung“ beleuchtet die Komplexität der vollständigen Weitergabe von Infrastrukturkosten und der Kosten negativer Auswirkungen wie Luftverschmutzung, Lärmbelästigung und Staus. Diese Forschung ist von entscheidender Bedeutung in der Debatte darüber, wie die Gesellschaft mit den versteckten Kosten der Mobilität umgeht.

Laut KiM bietet das „Nutzer- und Verursacherprinzip“ einen fairen Ansatz zur Aufteilung der mit der Mobilität verbundenen Kosten. Durch die explizite Angabe dieser Kosten werden Reisende und Frachttransporteure dazu ermutigt, bewusstere Entscheidungen über Transportmittel, Route und Zeit zu treffen, was zu weniger Umweltbelastungen und Verkehrsstaus führen kann. Dieses Prinzip könnte auch den allgemeinen Wohlstand steigern, indem es Verhaltensänderungen fördert, die die negativen externen Effekte des Verkehrs verringern.

Die durch das Laden erzielten Einnahmen können auch zur Finanzierung von Infrastruktur, etwa dem Bau von Radwegen und der Straßeninstandhaltung, oder für Maßnahmen zur Bekämpfung negativer Auswirkungen der Mobilität, etwa der Förderung von Elektrofahrzeugen oder der Errichtung von Lärmschutzwänden, verwendet werden.

(Text geht unter dem Foto weiter)
Foto: Pitane Blue - Bahnhof Utrecht

Allerdings scheint die Berechnung der tatsächlich anfallenden Kosten eine komplexe Angelegenheit zu sein. Die Ermittlung dieser Kosten erfordert eine Reihe von Annahmen und Entscheidungen, beispielsweise welche genauen Kosten in welcher Höhe erhoben werden sollen. Darüber hinaus ist der Zugang zu detaillierten Daten zu Infrastrukturausgaben auf verschiedenen Regierungsebenen – Zentralregierung, Provinzen und Gemeinden – oft eingeschränkt. Dies macht es schwierig, eine genaue „unbezahlte Rechnung“ zu erstellen.

Lesen Sie auch  Wahlen: Europa investiert Millionen in nachhaltigen Verkehr in den Niederlanden

Neben den technischen und administrativen Herausforderungen bei der Ermittlung dieser Kosten ist mit der Umsetzung des Verursacherprinzips auch ein erheblicher Umsetzungsaufwand verbunden. Die Frage ist, ob diese Kosten den sozialen Nutzen überwiegen. Insbesondere niedrigere Einkommensgruppen können überproportional von höheren Reisekosten betroffen sein, was ihren Zugang zu Mobilität einschränken und so die soziale Ungleichheit verstärken kann.

Dieses KiM-Bericht unterstreicht die Notwendigkeit einer sorgfältigen Abwägung der Vor- und Nachteile der Weitergabe von Mobilitätskosten. Es bietet politischen Entscheidungsträgern einen Rahmen zur Beurteilung, welcher Ansatz zur Förderung einer nachhaltigen und gerechten Mobilität am wirksamsten ist.

ABONNEMENT
Zum Thema passende Artikel:
Amsterdam