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Welche Transportmittel sind in den Fahrzeugen erlaubt und welche Bedingungen gelten?

In Rotterdam ist ein umstrittenes Verbot in Kraft getreten: Elektroroller sind in der Straßenbahn nicht mehr willkommen. Das Transportunternehmen RET gibt an, dass die Fahrzeuge zu groß seien und andere Passagiere behindern würden. Es sind weiterhin nur kleine, faltbare Elektroroller erlaubt. Das Verbot betrifft vor allem ältere Reisende, eine Gruppe, die in hohem Maße auf diese Form der Mobilität angewiesen ist. „Das ist nicht kundenfreundlich“, sagen RET-Mitarbeiter.

RET betont darin AD dass die Regeln für Elektroroller nicht neu sind. „Das Verbot galt schon immer“, erklärt ein Sprecher, „aber Elektroroller wurden gegenüber der Straßenbahn ignoriert.“ Allerdings nehmen die aktuellen Elektro-Carts, insbesondere solche mit vier Rädern, nach Angaben des Transportunternehmens zu viel Platz ein, sodass andere Reisende kaum vorbeikommen.

De Vorschriften ist klar: Fortbewegungsmittel wie Segway, (Elektro-)Roller oder Moped, (Elektro-)Fahrrad oder Windgoo, Lastenfahrrad oder Babboe und Tandem oder Fahrrad mit Anhänger sind in der Straßenbahn nicht erlaubt. Größere Elektroroller sind in der U-Bahn weiterhin willkommen, sofern sie in den Aufzug passen und durch die Eingangstore passieren können. Im Bus ist nur ein kleines, faltbares Exemplar erlaubt, sofern genügend Platz vorhanden ist.

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Von den neuen Richtlinien sind nicht nur Rollerfahrer betroffen. Auch Eltern mit Kinderwagen müssen strengere Regeln beachten. Ist der für Kinderwagen und Buggys vorgesehene Platz im hinteren Teil der Straßenbahn voll, muss der Schaffner dem nächsten Fahrgast mit Kinderwagen den Zutritt verweigern. Bisher durften Kinderwagen zu Stoßzeiten teilweise auch an anderen Orten abgestellt werden.

Die Reaktionen unter Reisenden sind unterschiedlich. Wendy, eine häufige Straßenbahnnutzerin, steht dem Verbot positiv gegenüber. „Toller Plan, die Dinger sind unglaublich groß. Oft kam es vor, dass Mütter mit einem Kind auf der Hand und einem Kind im Kinderwagen nicht hineinpassten. Es gibt auch so etwas wie ein Regionaltaxi oder ein Gesundheitstaxi, oft zu einem ermäßigten Tarif“, sagt sie.

Rob sieht das jedoch anders. „Es ist bizarr, Menschen mit einem Elektromobil draußen zu lassen, weil es die Bürger stört und sie selbst fahren können. Es würde stark regnen oder Ihre Batterie wäre schwach oder Ihr Körper würde schmerzen. Ich weiß alles darüber. Vielen Niederländern mangelt es an Solidarität. Du wirst es selbst haben. Um sich zu qualifizieren, braucht man einen Behindertenparkausweis“, sagt er.

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Elektrorollstuhl

Der Elektrorollstuhl ist erlaubt, sofern die Maximalmaße 120 cm lang x 70 cm breit x 109 cm hoch sind.

Gerard fühlt sich durch die Maßnahme diskriminiert. „Ich fühle mich durch diese Aktion von RET stark diskriminiert. Nach europäischem Recht darf behinderten Menschen die Einreise in keiner Weise verweigert werden. Ich werde von der WMO definitiv keinen Mobilitätsroller erhalten, der den Anforderungen des RET entsprechen würde. Deshalb möchte ich unbedingt wissen, wie die europäische Gesetzgebung in dieser Hinsicht steht“, erklärt er zielstrebig.

Die Kontroverse um das Verbot von Elektrorollern in Straßenbahnen wirft eine größere Frage der Zugänglichkeit und Inklusivität im öffentlichen Verkehr auf. Während RET argumentiert, dass die Maßnahme notwendig sei, um den Verkehrsfluss in der Straßenbahn zu gewährleisten, fühlen sich viele Nutzer von Elektrorollern zusätzlich benachteiligt. Es bleibt die Frage, wie das Verkehrsunternehmen ein Gleichgewicht zwischen der Gewährleistung von Platz und Komfort für alle Fahrgäste und der Gewährleistung gleicher Chancen für Menschen mit Behinderungen finden kann.

Während die Diskussion weitergeht, bleibt unklar, wie RET langfristig den Bedürfnissen sowohl der Nutzer von Elektrorollern als auch anderer Passagiere gerecht werden wird. Bis dahin müssen sich Reisende an die neue Realität gewöhnen, in der kleine, faltbare Mobilitätsroller die einzige erlaubte Variante in Rotterdamer Straßenbahnen sind.

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