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Konflikt um Renten und Statuten eskaliert bei der Bahn.

Die Gewerkschaften im Eisenbahnbereich setzen ihre Drohung in die Tat um und kündigen eine ganze Aktionswoche an, die von Montag, dem 26. bis Freitag, dem 30. Januar dauern wird. Damit machen sie deutlich, dass die Unzufriedenheit mit den Plänen der Bundesregierung einen Höhepunkt erreicht hat. Bei einer früheren gemeinsamen Pressekonferenz hatten die Gewerkschaften bereits gewarnt, dass eine einwöchige Aktion unvermeidlich sei, sobald die Renten- und Arbeitsmarktreformen der Regierung vom Parlament verabschiedet würden. Mit der Festlegung des Datums ist diese Warnung nun Realität geworden.

statutarische Einstellungen

Im Mittelpunkt des Konflikts steht laut der sozialistischen Gewerkschaft ACOD Spoor die Einstellung der statutarischen Einstellungen. Tony Fonteyne, der im Namen von ACOD Spoor spricht, erklärt, dass diese Festanstellungen viel schneller verschwinden als ursprünglich vereinbart. „Es geht in erster Linie um die Einstellung der statutarischen Einstellungen”, betont Fonteyne. Ihm zufolge sollten diese Einstellungen erst Ende 2028 auslaufen, aber dieser Termin wurde nun auf Juni vorverlegt. Damit gerät laut der Gewerkschaft eine wichtige Grundlage des Bahnpersonals unter Druck.

Die satzungsmäßige Ernennung wird von den Gewerkschaften als wesentlicher Bestandteil des Sozialvertrags im Eisenbahnwesen angesehen. Fonteyne weist darauf hin, dass das System seit jeher auf einem Gleichgewicht zwischen Lohn und Rente basiert. „Die Vorteile einer solchen Ernennung hängen auch mit der Rentenfrage zusammen: Man hat ein relativ niedriges Gehalt, aber dafür später eine gute Rente. Jetzt muss man länger für weniger Geld arbeiten, wodurch diese Berufe an Attraktivität verlieren.“ Nach Ansicht der Gewerkschaften droht der Bahn dadurch der Verlust von Talenten, und es wird immer schwieriger, neue Mitarbeiter für Tätigkeiten zu finden, die bereits jetzt als schwer empfunden werden.

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Enttäuschung

Laut Fonteyne war der Streik keine leichtfertige Entscheidung. In einem Interview mit dem flämischen Nachrichtensender VRT NWS erklärt er, dass die Gewerkschaften lange auf Verhandlungen und den Dialog mit der Regierung und den betroffenen Eisenbahnunternehmen gesetzt hätten. „Wir haben immer gehofft, dass es Möglichkeiten für Gespräche geben würde”, sagt er. „In den letzten Monaten gab es viele Gespräche, aber sie haben zu keinem Ergebnis geführt.” Die Enttäuschung über das Ausbleiben konkreter Ergebnisse habe die Gewerkschaften schließlich zu dieser harten Maßnahme gezwungen.

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Foto: © Pitane Blue – NMBS

Für Reisende bleibt vorerst unklar, welche konkreten Auswirkungen die angekündigte Aktionswoche haben wird. Die NMBS teilt mit, dass sie für jeden Streiktag einen alternativen Fahrplan ausarbeiten wird, der sich nach den Mitarbeitern richtet, die im Voraus angeben, ob sie an der Aktion teilnehmen oder nicht. Dieser angepasste Fahrplan wird einige Tage im Voraus auf der Website der NMBS einsehbar sein. Reisenden wird empfohlen, die Situation aufmerksam zu verfolgen und mögliche Beeinträchtigungen zu berücksichtigen.

Auch bei der christlichen Gewerkschaft ACV Transcom wird scharfe Kritik laut. Koen De Mey macht ausdrücklich den Finanzminister Jan Jambon von der N-VA für die aktuelle Situation verantwortlich. Laut De Mey ist eine kürzlich vom Minister ergriffene Maßnahme der Grund für den Konflikt. „Wenn die Regierung beschließt, die Einstellung von Beamten durch einen Arbeitgeberbeitrag von 38 Prozent zu erschweren, ist es für die NMBS und Infrabel finanziell nicht mehr tragbar, dies zu bezahlen.“ Diese zusätzlichen Kosten würden seiner Meinung nach eine schwere Belastung für die Eisenbahnunternehmen darstellen und ihren finanziellen Spielraum vollständig aufzehren.

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Mühlstein

De Mey spricht beimflämischen Rundfunksogar von einem Mühlstein um den Hals der Bahn. Dass die statutarische Ernennung bereits am 1. Juni 2026 abgeschafft wird, sieht er als direkte Folge der Maßnahme von Jambon, die ebenfalls am 1. Juni in Kraft tritt. „Die Entscheidung, ab diesem Zeitpunkt Vertragsbedienstete einzustellen, ist eine direkte Folge davon”, so De Mey, der vor einer strukturellen Verschlechterung des Status des Eisenbahnpersonals warnt.

HR Rail, der rechtliche Arbeitgeber aller Bahnmitarbeiter, hält sich vorerst bedeckt. Das Unternehmen teilt mit, zunächst die offizielle Streikankündigung der Gewerkschaften abzuwarten, die für nächste Woche erwartet wird. Erst danach will man sich inhaltlich äußern. Tatsache ist jedoch, dass die Bahn bereits ein besonders turbulentes Jahr mit Dutzenden von Streiktagen hinter sich hat und dass sich auch das neue Jahr erneut unruhig ankündigt.

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